Rahmen1















Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn



Soziale Kognition, G3





REFERAT

Aggressive Behavior





Vorgelegt von:

Vasilios Siochos

3. Semester Psychologie (Diplom)

Matrikelnummer: 900441

Pf.-Kenntemich-Pl. 18

53840 Troisdorf

Telefon: 0 22 41 / 8 37 68


Troisdorf, den 03.01.2000




  1. Erläuterung der Excitation Transfer Theory..........................................1

  1. Das Experiment von Zillmann

    2.1 Die Hypothese..................................................................................2

    2.2 Das Design des Experimentes...........................................................2

    2.3 Der Vortest........................................................................................3

    2.4 Die Einteilung in die Erholungsgeschwindigkeitsgruppen................4

    2.5 Das Hauptexperiment

    2.5.1 Die Reduzierung der Versuchspersonen........................................4

    2.5.2 Der Ablauf des Hauptexperimentes...............................................5

  1. Die Ergebnisse des Experimentes...........................................................7

    3.1 Erholungsgeschwindigkeit.................................................................7

    3.2 Aggressives Verhalten

    3.2.1 Unprovozierte Aggression...............................................................7

    3.2.2 Provozierte Aggression...................................................................7

  1. Quellenverzeichnis...................................................................................9



  1. Erläuterung der Excitation Transfer Theory

Die Excitation Transfer Theory von Zillmann besagt, daß Erregung (emotionale oder physische) die in einer Situation entsteht langsam abklingt.

In einer späteren zweiten Situation in der nochmals Erregung entsteht ist aber noch Resterregung der ersten Situation vorhanden. Attribuiert man nun seine Erregung auf die zweite Situation, so wird die erste Erregung mit in die zweite Situation übertragen und beide Erregungen summieren sich auf.

Das Ergebnis ist, daß das aggressive Verhalten, durch falsches attribuieren der Erregung auf die zweite Situation, deutlich stärker wird.

Hierbei spielen natürlich auch kognitive Prozesse eine entscheidende Rolle, da laut der Theorie die Aggression von der Attribuierung der Erregung abhängt.

Die Excitation Transfer Theory spielt auch im folgenden Experiment von Zillmann, Johnson und Day eine entscheidende Rolle.

  1. Das Experiment von Zillmann

2.1 Die Hypothese

Zillmann ging es bei diesem Experiment vor allem um die Resterregung und deren Einfluß auf das Aggressive Verhalten.

Zillmann und seine Kollegen stellten für dieses Experiment folgende Hypothese auf:

Aggressives Verhalten wird durch physisch hervorgerufene Erregung gesteigert. Diese Aggressionssteigerung wird vor allem bei weniger fitten Menschen stattfinden, da sie mehr Resterregung für den Transfer haben als es bei Menschen mit hoher Fitneß zu erwarten ist.

Natürlich dürfen keine Hinweise gegeben sein um die Verbindung zur wahren Quelle der Erregung herzustellen.

2.2 Das Design des Experimentes

Zillmann wählte für dieses Experiment ein 2 x 3 Faktoren Design:

Es werden auch alle möglichen Kombinationen getestet.

Die Verzögerung bezieht sich auf die Zeit zwischen der physischer Erregung und der Möglichkeit aggressiv zu handeln.

Das beeinflußt auch den Abfall der Erregung, wobei keine Verzögerung mit keinem Abfall der Erregung gleichzusetzen ist.

Dagegen bedeutet eine Verzögerung einen stellenweisen Abfall der Erregung.

Mit Erholungsgeschwindigkeit ist die körperliche Fitneß der Versuchspersonen gemeint, das heißt wie schnell sich die Versuchspersonen von der physischen Erregung erholen können.

Die Erholungsgeschwindigkeit wird anhand eines Vortests ermittelt, damit die Versuchspersonen in die drei Gruppen hoch, mittel, gering für das Hauptexperiment eingeteilt werden können.

Es ist zu beachten, daß hier keine Randomisierung stattgefunden hat. Streng genommen würde es sich hier also um ein Quasiexperiment handeln. Dadurch könnte man auch schliessen, daß weniger fitte Menschen von Natur aus aggresiver reagieren als es fitte Menschen würden.

Auch das könnte durchaus eine Erklärung sein. Dieses war jedoch Zillmann durchaus bewußt und führte deswegen auch eine nicht provozierte Aggresionsmessung in den sechs Bedingungen durch.

2.3 Der Vortest

An dem Vortest nahmen 60 männliche Studenten der Indiana University teil. Sie hatten sich für den „Einführungskurs in Kommunikation“ eingeschrieben und ein Kriterium für den erfolgreichen Abschluß dieses Kurses war die Teilnahme an zwei Experimenten

Alle Instruktionen kamen vom Band. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß herausgefunden werden soll wie sich die Fähigkeit, an komplexe Kommunikationsinhalte zu erinnern, unter physischer Belastung ändert.

Unter dem Vorwand auch die physische Erregung (Blutdruck und Herzrate) kontrollierbar zu machen wurden ihnen Elektroden angebracht. Es folgte zunächst eine Messung des Blutdrucks im Ruhezustand um einen Basiswert für die Einteilung der Erholungsgeschwindigkeitsgruppen zu haben.

Danach sollten die Versuchspersonen für 1 ½ Minuten auf einem Trainingsrad Fahrrad fahren. Währenddessen wurden ihnen Dias für jeweils 15 Sekunden gezeigt, die sie sich einprägen sollten.

Die Inhalte der Dias waren vollständig neutral.

Nach dem Fahrrad fahren setzte die Blutdruckmessung ein. Es wurde acht Minuten lang der Blutdruck in zwei Minuten Intervallen gemessen.

Während diesen acht Minuten sollten die Versuchspersonen auf dem Fahrrad sitzen bleiben und sich weitere Dias einprägen.

Um diesen Vortest glaubwürdig zu machen sollten die Versuchspersonen nun noch Fragebögen ausfüllen die den Inhalt der Dias betrafen.

Danach wurden die Versuchspersonen entlassen.

2.4 Die Einteilung in die Erholungsgeschwindigkeitsgruppen

Die Messung in der sechsten Minute war für die Einteilung der Erholungsgeschwindigkeitsgruppen ausschlaggebend.

Zillmann fand in früheren Forschungen heraus, daß das ein guter Einzelindex für sympathische Erregung sei und das nach diesem Zeitraum keine offensichtliche Verbindung zur Quelle der Erregung hergestellt werden kann.

Die Versuchspersonen wurden erstmal in die drei Gruppen der Erholungsgeschwindigkeit eingeteilt. Dies wurde aufgrund von Ergebnissen einer Varianzanalyse gemacht. Dabei kam heraus, daß die Versuchspersonen mit hoher Fitneß den Ruhezustand schon nach vier Minuten erreichten. Diejenigen mit mittlerer Fitneß brauchten dagegen acht Minuten um ihren Blutdruck im Ruhezustand zu erreichen. Die Gruppe mit der geringen Fitneß konnte ihren Blutdruck im Ruhezustand nicht in der meßbaren Zeit wiederherstellen.

Nach der Einteilung in die drei Ftitnessgruppen wurden nun jeweils Paare gebildet und die Versuchspersonen wurden diesmal durch Zufall in die beiden Bedingungen Verzögerung und keine Verzögerung eingeteilt.

2.5 Das Hauptexperiment

2.5.1 Die Reduzierung der Versuchspersonen

Von den ursprünglich 60 Versuchspersonen nahmen 7 bis 14 Tage später nur noch 48 Studenten an dem Hauptexperiment teil. Die Gründe waren, daß einige von den zwölf ausgeschiedenen Studenten meinten, daß sie schon einmal an so einem ähnlichem Experiment teilgenommen haben, oder einige vermuteten auch, daß es sich hierbei um ein Experiment mit Elektroschocks handelt. Andere wiederum waren garnicht zu erreichen.

2.5.2 Der Ablauf des Hauptexperimentes

Wieder kamen alle Instruktionen vom Band. Die Versuchspersonen nahmen die Rolle eines Lehrers an. Und ein Vertrauter der Versuchleiters war ein Schüler. Diese Verteilung der Rollen wurde den Versuchspersonen jedoch nicht mitgeteilt. Sie wurden in dem Glauben gelassen, daß sie die Lehrerrolle aufgrund ihrer guten Ergebnisse aus dem Vortest erhielten.

Auch dachten sie weiterhin, das der jeweilige Schüler ihr Kommilitone sei und er diese Rolle aufgrund seiner schlechteren Ergebnisse aus dem Vortest erhalten habe.

Den „Lehrern“ wurde mitgeteilt, daß ein neuer Unterrichtsstil getestet werden sollte. Dabei interessiere auch noch die Beziehung zwischen der Fähigkeit sich an komplexes visuelles Material zu erinnern und dem Unterrichtsstil.

Der neue Unterrichtsstil sei dadurch geprägt, daß das Lehren aufgrund von kodierten Informationen im Zusammenhang mit positiven und negativen Rückmeldungen geschehe.

Negative Feedbacks bestehen aus Elektroschocks. Ein positives Feedback ist das Aufleuchten einer Lampe. Bei Fehlern des Schülers müssen Elektroschocks verabreicht werden. Die Höhe der Elektroschocks ist jedoch vom Lehrer frei wählbar auf einer Abstufung von eins („sehr schwach“) bis zehn („ziemlich schmerzhaft“).

Lehrer sowie Schüler saßen in verschiedenen Räumen und konnten über eine akustische Anlage kommunizieren.

Zwölf Aufgaben waren von dem Schüler zu bearbeiten. Davon waren fünf Aufgaben vorgegebene Fehler.

Nach diesem Durchgang folgte eine Aufgabe in der die Übereinstimmung bei Einstellungen zu verschiedenen kontroversen Themen zwischen Lehrer und Schüler getestet werden sollte. Dem Lehrer wurde dies so erklärt, daß es wichtig sei sich mit dem Schüler zu verstehen. Diesmal gab aber der Schüler bei jeder Nichtübereinstimmung mit dem Lehrer Elektroschocks.

Egal welche Einstellung der „Lehrer“ vertrat, er kriegte neun schmerzhafte Elektroschocks von zwölf möglichen vom Schüler. Dieses Vorgehen sollte bei der Versuchsperson Wut auslösen und ihr den Eindruck geben, daß der Schüler widerwärtig sei.

Nach dieser Übereinstimmungsaufgabe sollte die Versuchsperson wieder (fast) dieselbe Übung wie im Vortest machen. Der Unterschied bestand jetzt aber darin, daß sich die Versuchsperson nun komplexe verbale Kommunikation merken sollte. Im Vortest war es nonverbale Kommunikation.

Es gab zwei Bedingungen:

Nach dieser Übung sollte der Lehrer wieder den „neuen Unterrichtsstil“ mit dem Schüler ausprobieren (Lichtsignal bei korrekter Antwort oder Elektroschock bei falscher Antwort). Diesmal waren 28 Aufgaben vom „Schüler“ zu bearbeiten. Davon waren 18 Fehler vorgegeben.

Nach diesem Durchgang war das Experiment für die Versuchsperson beendet und sie wurde über den eigentlich Zweck des Experimentes aufgeklärt und schließlich entlassen.

  1. Die Ergebnisse des Experimentes

3.1 Erholungsgeschwindigkeit

Der Haupteffekt der Erholungsgeschwindigkeit, gemessen am systolischen Blutdruck war hoch signifikant (p < .001).

Die Mittelwerte der drei Erholungsgeschwindigkeitsgruppen (hoch, mittel, niedrig) unterschieden sich auch signifikant untereinander (p < .001). Auch war der Haupteffekt der wiederholten Messung (Schockintensität vor und nach der Provokation) wiederum hoch signifikant, korrigiert nach Geisser-Greenhouse, und lag auch hier bei p < .001.

Es wurde keinerlei Interaktion zwischen der Erholungsgeschwindigkeit und den wiederholten Messungen festgestellt (F < 1).

3.2 Aggressives Verhalten

3.2.1 Unprovozierte Aggression

Es wurden keine signifikanten Unterschiede bei den Mittelwerten der Elektroschocks festgestellt.

3.2.2 Provozierte Aggression

Die Varianzanalyse brachte ein Ergebnis das die Annahme, der Interaktion von Verfall und Erholungsgeschwindigkeit, von Zillmann bestätigte (p < .05).

In den Bedingungen des stellenweisen Erregungsabbaus sank die gemessene Aggression zunehmend mit der Erholungsgeschwindigkeit. Die Schockintensität der Gruppe mit hoher Erholungsgeschwindigkeit war signifikant niedriger als in der mittleren Erholungsgeschwindigkeitsgruppe. Aber auch die Aggressivität der mittleren Erholungsgeschwindigkeitsgruppe war wiederum niedriger als die der niedrigen Erholungsgeschwindigkeitsgruppe. Letzteres jedoch statistisch nicht sehr signifikant.

Es wurden keine Interaktionen in den Elektroschockmessungen gefunden.



4.Quellenverzeichnis

Zillmann, D., Johnson, R. C., Day, K. D. (1997). Attribution of apparent arousal and proficiency of recovery from sympathetic activation affecting axcitation transfer to aggressive behavior. In Hewstone, M., Manstead, A. S. R. & Stroebe, W. (Eds.). Blackwell reader in social psychology (pp. 463-476). Padstow, Cornwall: T.J. Press Ltd. (Originalarbeit erschienen in Journal of Experimental Social Psychology (1974), 10:503-15.)


Baron, R. A., Byrne D. (1997). Social Psychology (8th. ed.) (pp. 404-406). Boston: Allyn and Bacon