Languange in Applied Context

Referenten:

Susanne, Anna, Martin, Lucky & Andreas



Language in Applied Context (Folie 1)


Übersicht:


  1. Language and well-beeing

  2. Attribution and partner satisfaction

  3. Medical decisions

  4. Language and intergroup relations

  5. Social influence through language

  6. Language use in in the legal context



Folien sind im SA und auf http://www.uni-bonn.de/~uzsqsu/



Language in Applied Context (Folie 2)


Table 4.1 Summary of topics and concepts covered in this chapter




Language in Applied Context (Folie 3)

  1. Medical decisions


Effektive Kommunikation und feine sprachliche Faktoren können eine grosse Rolle für den

Genesungsprozess des Patienten spielen und beeinflussen medizinische Entscheidungen.



Folgende Untersuchungen haben sich mit den Auswirkungen der Sprache bzw. die Interaktion

zwischen Arzt und Patient befasst :



Stiles (1979): medizinische Interviews wurden nach 8 verschiedenen Dialogkriterien

analysiert:(disclosure, question, edifikation, acknowledge, advisement, interpretation, confirmation, reflection )



Roter (1984): Analyse der Interaktion durch kodierte Beobachtung.Unterscheidung in positive, negative

und neutrale Kommunikation.



Beide Untersuchungen haben zum Ergebnis, dass die Kommunikation bzw. Interaktion zwischen Arzt

und Patient einen wichtigen Teil des medizinischen Erfolges darstellt.



Mc Neil, Pauker, Tversky (1988): Untersuchung von medizinischen Entscheidung und den Einfluss

des sprachlichen Rahmens darauf.

Amerikanischen und israelischen Medizinstudenten wurde statistisches Material zweier Behandlungsmethoden

von Lungenkrebs ( Operation vs. Bestrahlung ) in zwei unterschiedlichen sprachlichen Rahmenbedingungen

vorgelegt, um diese zu bewerten.

Obwohl es sich um das selbe statistische Material handelt, gab es grosse in der Bewertung durch die

sprachliche Darstellung ( Überlebensbedingung vs. Sterblichkeitsbedingung ).



Language in Applied Context (Folie 4)

  1. Medical decisions


Kahnemann & Tversky (1984): Theorie der Urteilsheuristiken.

Die Autoren beziehen sich besonders auf die symbolische Repräsentation der Alternativwahrscheinlichkeiten.

Es gibt zwei Arten von Urteilsheuristiken:

Verfügbarkeitsheuristik

Repräsentationsheuristik

Alle Befunde sprechen dafür, dass die Menschen keine intuitiven Statistiker ( BAYES-Theorem) sind, sondern

ihr Urteilsvermögen durch genannte Heuristiken beeinflusst werden kann. Auf medizinisch bzw. therapeutischer

Ebene sollte daher auf nachvollziehbare Aufklärung gesetzt werden, statt den Patient mit schwer

nachvollziehbaren Statistiken zu verwirren.


Language in Applied Context (Folie 5)

4. Language and intergroup relations


Speech accomodation theory


(GILES, 1973; u.a.)



Mitglieder von Gruppen (ingroups) reagieren dann positiv gegenüber

Mitgliedern von anderen Gruppen (outgroups), wenn sich letztere ihnen in ihrem

Sprachstil annähern.




Linguistic intergroup bias


(MAASS & ARCURI, 1992; u.a.)



Mitglieder von Gruppen (ingroups) verwenden eine abstrakte Sprache, um

negatives Verhalten von anderen Gruppen (outgroups) und positives Verhalten der

eigenen Gruppe zu beschreiben;

für positives Verhalten der anderen Gruppe und negatives Verhalten der

eigenen Gruppe wird im Gegensatz dazu eine konkrete Sprache angewandt.



Language in Applied Context (Folie 6)

4. Language and intergroup relations



Discourse analysis


(EDWARDS & POTTER, 1992)



Analyse der Sprache in ihrem natürlichen Kontext, um die Interessen und

Intentionen der alltäglichen Kommunikation zu erfassen.


(Methode stark abhängig von Intuition und Teilnahme des Untersuchers)



Linguistic Category Model (LCM)


(SEMIN & FIEDLER, 1988, 1991)



Sprachlich basierte Klassifikation von vier größeren Wortklassen in Texten

oder Gesprächen über interpersonale Ereignisse und Personen.


(Methode wenig abhängig von Intuition und subjektiven Einschätzungen des

Untersuchers)



Language in Applied Context (Folie 7)

4. Language and intergroup relations


- Descriptive action verbs (DAV):






- Interpretive action verbs (IAV):







> DAV und IAV stehen für eine konkrete Sprache;

impliziert werden externale, situative Ursachen des Verhaltens.



Language in Applied Context (Folie 8)

4. Language and intergroup relations


- State verbs (SV):






- Adjectives (ADJ):





> SV und ADJ stehen für eine abstrakte Sprache;

impliziert werden zeitliche Stabilität und trait-artige Dispositionen.



Language in Applied Context (Folie 9)

  1. Social influence through language




















Language in Applied Context (Folie 10)

  1. Social influence through language





























Language in Applied Context (Folie 11)

6. Language use in legal context


  1. Forensische Aufdeckung von Lügen


Geschieht durch Lügendetektor


> Basiert auf physiologische Werte, z. B.:


> Hängt von der Auswahl der Fragen ab.

3 Items:


Entscheidend:

Ausschlag: Fragen zur Tat > Kontrollfragen


Kritik:



Language in Applied Context (Folie 12)

6. Language use in legal context


Table 4.3 Variants of presuppositions



















Language in Applied Context (Folie 13)

6. Language use in legal context


  1. Aussagen von Augenzeugen


Gründe von Fehlern:


E. Loftus et al:

Zeugenaussagen können durch sprachliche Manipulation verfälscht werden.


Beispiel: Hat der Skinhead die Schlägerei angefangen?


Anders herum: Wieso hat der Skinhead die Schlägerei angefangen?

> „Wieso“ erhöht subjektive Wahrheit!




Language in Applied Context (Folie 14)

6. Language use in legal context


Presuppositions > Gedächtnisfehler > verfälschte Aussage


Beispiel (Gebrauch von bestimmten / unbestimmten Artikeln):

„Haben Sie das Stoppschild gesehen?“ vs. „Haben Sie ein Stoppschild gesehen?“



>Führt zu mehr positiven Antworten!


DAS IST EIN PROBLEM!


Ein Ausweg: Kognitives Interview (Geiselman, Fisher, Mac Kinnon & Holland)



> mehr korrekte Informationen, keine Erinnerungsillusionen




Language in Applied Context (Folie 15)

6. Language use in legal context


  1. Die strategische Nutzung von linguistischen Werkzeugen in Befragungen


(Semin, Rubini & Fiedler (1995), Semin & de Poot (1995))

Wie beeinflußt die Verbauswahl in Fragen die Antwort?

Frage bezieht sich auf Handlung > Fokus Subjekt

Beispiel:

> Antwortende muß Gründe für Handlung angeben


Wenn Zustandsverb benutzt wird Fokus Objekt

Beispiel: „Wieso mögen Sie die FAZ?“

> Präferenzen müssen gegeben werden


De Poot & Semin (1995):

Befragte sind sich hinsichtlich verschiedener Fragen nicht bewußt.

Jedoch: Antworten waren unterschiedlich incl. dramatische Konsequenzen


Simuliertes Interview (Vergewaltigung):

Vpn benutzten Fragen, die auf Tätigkeit des Opfers abzielten.

Aber auch abhängig von Information (Vertrauenswürdig / nicht Vertrauenswürdig / neutral)



Language in Applied Context (Folie 16)

  1. Language use in legal context


Rechtsanwälte:


Staatsanwälte:



Language in Applied Context (Folie 17)

  1. Language use in legal context