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Da ich selber von Multiple Sklerose betroffen bin, weiss ich recht gut wie es ist die Diagnose Multiple Sklerose zu bekommen (nach MagnetRessonanzTommographie (MRT) und Lumbalpunktion (Entnahme von Cerebrospinalliquor / Nervenwasser). Für mich ging eine 16 Jahre lange Ärzteodysse (mit lauter Fehldiagnosen) zu ende. Endlich wusste ich was ich habe.

Es war zwar alles andere als erfreulich, aber die Krankheit hatte endlich (nach 16 Jahren!) einen Namen : Multiple Sklerose.

Nun war es für mich sehr wichtig Informationen über Multiple Sklerose zu bekommen. Das war der Auslöser zu dieser Seite.

Was ist Multiple Sklerose?

Eine noch nicht erklärbare Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS). Multiple Sklerose (MS) reicht von leichten bis zu zerstörerischen Angriffen der Kommunikation zwischen dem Gehirn (ZNS) und anderen Teilen des Körpers.

Viele Forscher sind der Meinung, dass MS eine Autoimmunerkrankung (Autoimmunhypothese: der Körper (Immunsystem) greift sein eigenes Gewebe an) ist. Im Falle von MS ist es die Nervumgebende/-verstaerkende Myelinschicht die angegriffen wird. Solche Angriffe könnten mit noch unbekannten Umwelteinflüssen in Verbindung stehen. Auslöser könnte aber auch ein Virus (z.B. das eigentlich harmlose und recht verbreitete Eppstein-Barr Virus) in Verbindung mit erhöhtem Stress sein.

Auf der anderen Seite sind die Forscher, die die Autoimmunhypothese anzweifeln und die Rolle der psychischen Vorgänge und MS mehr Gewicht zukommen lassen (Stresshypothese). Wie auch immer: Die wahren Ursachen der MS sind immer noch unbekannt!

Welche Symptome gibt es bei Multiple Sklerose?

Die meisten Betroffenen zeigen erste Symptome von MS im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Frauen sind öfter von MS betroffen als Männer. Erste Symptome von MS sind oft verschleiertes sehen, Doppelbilder, Rot-Grün Störungen, schnelle (ruckartige) Augenbewegungen (Sakkaden/Nystagmus) oder auch Blindheit auf einem Auge. Diese visuellen Störungen begründen sich sehr wahrscheinlich auf Störungen des Sehnervs (nervus opticus). Viele MS erkrankte berichten auch über Muskelschwäche in Beinen und Armen, Koordinationsschwierigkeiten und Gleichgewichtstörungen. Dabei handelt es sich eigentlich mehr um ein Ansteuerungsproblem der Nerven des Muskels statt Muskelschwäche.

Diese Symptome können so schwer sein, dass das Gehen oder auch Stehen unmöglich wird. Im schlimmsten Fall kann MS zu einer teilweisen oder kompletten Lähmung führen.

Viele MS Patienten berichten auch von ungewöhnlichen Empfindungsstörungen auf ihrer Haut, wie z.B. Taubheit, prickeln oder auch kleine stechende Nadel Empfindungen. Sprachstörungen, Zittern (Tremor) / Ataxie, physische Erschöpfung / Müdigkeit (Fatique), Spastik/Spasmen und Schwindel sind andere Symptome die oft berichtet werden. Einige MS Patienten berichten auch über Hörverluste, visuelle Lichtempfindlichkeit, Schluckbeschwerden, Probleme mit der Blase (z.B. Inkontinenz), Darmprobleme (z.B. Verstopfung), Schmerzen oder sexuelle Störungen.

MS Patienten sind manchmal auch von kognitiven Störungen betroffen, wie Störungen der Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Depression ist ein anderes gemeinsames Merkmal für MS.

Damit wird klar, dass so gut wie alles betroffen sein kann was mit Nerven zu tun hat. Dabei ist sogar egal ob es sich um das periphere oder autonome (Mediziner reden hier von vegetativen) Nervensystem handelt.

Welche Formen der Multiplen Sklerose gibt es?

1. Schubförmig-remittierender Verlauf

Hierbei treten immer wieder Schübe auf, die bis zu einigen Wochen anhalten können. Die Beschwerden / Behinderungen gehen meistens nach einem Schub zurück, so dass der Betroffene zwischen den Schüben beschwerdefrei leben kann.

2. Sekundär progredienter Verlauf

Häufig geht ein Schubförmig-remittierender Verlauf in den Sekundär progredienten Verlauf über. Dieser Verlauf ist durch eine abnehmende Schubrate gekennzeichnet. Die Beschwerden / Behinderungen bilden sich zwischen Schüben jedoch nicht zurück. Auch kommen neue Behinderungen dazu, ohne dass unbedingt vorher ein Schub war.

3. Chronisch progredienter Verlauf

Diese Verlaufsform ist dadurch gekennzeichnet, dass keine Schübe auftreten. Die Beschwerden / Behinderungen nehmen mit der Zeit kontinuierlich zu, ohne dass es zu einer Rückbildung der Beschwerden / Behinderungen kommt.

Gibt es eine Behandlung?

Multiple Sklerose ist NICHT tödlich. Es gibt bis jetzt keine Heilung für MS. Viele Patienten kommen relativ gut zurecht auch wenn sie keine Medikamente nehmen. Das liegt daran, weil viele Medikamente schwere Nebenwirkungen haben. Die derzeitigen Medikamente (z.B. beta Interferone oder auch Immunsupressiva (z.B. Chemotherapie)) behandeln nicht die Ursache (ist noch unbekannt) von MS. Sie wirken eher mildernd / zeitverzögernd / verkürzend auf die Schübe der MS. Daraus wird ersichtlich, dass es für die sekundär progrediente Verlaufsform der MS so gut wie nichts gibt (ist auch kaum erforscht). Man konzentriert sich auch mehr auf die Behandlung der (oben genannten) Symptome. Mit mehr oder weniger Erfolg ...

Meine Kritik: Die MS Forschung steckt in einer Sackgasse. Die MS Forschung ist zu konvergent ausgerichtet. Dabei werden divergente Lösungsansätze übersehen. Und das in einem Stadium, in dem man mehr von der Oberfläche des Mondes weiss, als vom menschlichen Gehirn. Damit wird klar: Es gibt zur Zeit KEINE effektive Therapie für Multiple Sklerose (siehe auch Ehrenreich et al, 2007).

Physiotherapie und physiotherapeutische Übungen können helfen die verbliebenen Körperfunktionen zu erhalten. Durch die Meidung extremer Aktivitäten, Stress und Wärme / Hitze können sich Patienten vor einer Verschlimmerung ihrer Symptome schützen. Antidepressiva in Verbindung mit einer Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) können sehr gut bei einer Depression helfen.

Da ich keine Medikamente nehme habe ich hier meinen privaten Umgang mit Multiple Sklerose ins Netz gestellt. Vielleicht gibt es der einen oder dem anderen neue Hoffnung im Umgang mit MS:

Meine Erfahrungen mit Multiple Sklerose und Autogenem Training (Stand: 11/4/2008)


Für weitere Informationen:

www.mscollege.de

www.dmsg.de

Ineressante Foren:

http://www.dmsg.de/foren/index.php?kategorie=msforen&kategorie2=forum

(Das allgemeine Forum der deutschen multiple sklerose gesellschaft (DMSG); relativ konservativ und stellenweise sehr Medikamentengläubig)

http://www.ms-forum-weihe.de/

(Forum des Neurologen Dr. Wolfgang Weihe. Sehr interessant!)

Buchempfehlungen:

Stein, Donald G., Brailowsky, S., & Will, B. (2000). Brain Repair: das Selbstheilungspotential des Gehirns oder wie das Gehirn sich selbst hilft. Stuttgart: Thieme

(Recht interessant. Man sollte aber Vorkenntnisse in der Neurophysiologie haben um das Buch richtig zu verstehen.)

Riedel, W. & Esser, S. (2004). Angst darfst du haben – fürchten musst du dich nicht. Wie Hypnose mir geholfen hat, das Unmögliche zu schaffen. München: Droemer

(Wolfgang Riedel beschreibt in diesem Buch seine Erfolge, die er nach einem Flugzeugunfall mit Hypnose hatte.)

Weihe, W. (2007). Multiple Sklerose. Eine Einführung. Bad Zwesten: Carus Verlag

(Vielleicht DAS wohl beste Buch über MS. Klar und verständlich.)

Weihe, W. (2003). Was Sie schon immer über die Multiple Sklerose wissen wollten. 310 Fragen und Antworten zur MS. Bad Zwesten: Carus Verlag

(Sehr empfehlenswert.)

Letzte Aktualisierung dieser Seite:11/04/2008. Bei Kritik, Lob, Anregungen oder Fragen E-Mail an: home(at)siochos.net. Laut Kobayashis Chaoscounter sind Sie Besucher Nr. 002: seit dem 14/1/1751.